60. Vereinsjubiläum von Dynamo Dresden- Markus Hendel enttäuscht, Fans erfreut

Dynamo Dresden feiert dieses Jahr sein 60. Vereinsgeburtstag. Doch vor der Feier gibt es schon bei der Besetzung des Organisationsteams große Proteste. Markus Hendel soll die Leitung übernehmen. Seine Vergangenheit (nicht gerade berühmt für großartige Taten) ist den meisten Fans nicht in Vergessenheit geraten. Das bringt mehrere Fanorganisationen (Fangemeinschaft Dynamo e.V., Ultras Dynamo , Pro RHS , Initiative Pro-FanKultur, Zukunft Dynamo e.V. und 1953international) dazu einen offenen Brief gegen die Besetzung zu schreiben.

In der Sächsischen Zeitung schreibt Herr Geisler daraufhin über den enttäuschten Rückzug von Markus Hendel (leider unter Bezahlschranke). Die Fanorganisationen haben sich gewehrt und gewonnen.

Dieses schreiben von „Giraffe Icerooster“ klärt noch mal einige Hintergründe auf und geht auf den SZ-Artikel ein:

Mein Gott Herr Geisler, was haben Sie sich mit ihrem heutigen Artikel nur dabei gedacht. Nicht nur, dass dieses „Werk“ sich für Insider der Dynamoszene wie ein 1:1 Diktat von Markus Hendel direkt in Ihre Feder liest, es riecht nach Auftragswerk aus welchen Verbundenheiten auch immer. Ungeachtet all dessen, was dieser Reinwaschungsversuch verschweigt und verfälscht, dass Sie sich als blinder Kolporteur solcherart Informationen hergeben, ist zumindest für mich schwer enttäuschend. Vor allem, weil sie es als jahrelanger Sportredakteur der SZ mit tiefergehende Kenntnissen der Materie „Dynamo“ und seines Innenlebens auch besser wissen müssten.

Die Unterzeichner des offenen Briefes haben lange mit sich um diesen notwendigen und überfälligen Schritt gerungen und – sofern bei Vereinen vorhanden – mit einstimmigen Vorstandsbeschlüssen diese Zeilen legitimiert. Ich selbst bin Mitglied von zwei Gruppierungen. Es war einfach eine Frage der Ehre und Würde und der Selbstachtung, wenigstens den Versuch zu unternehmen, zum Dynamojubiläum nicht unter Federführung desjenigen zu arbeiten, der nicht nur als Konstante für desolate Geschäftsführung sondern auch für Nichtkommunikation mit Fans und Mitgliedern, Ignoranz und Umtriebigkeit steht. Herr Müller wurde weit weniger erpresst als vor 3 Jahren der demokratisch gewählte Aufsichtsrat von einem Sponsorenkonsortium, deren Vertreter im heutigen Aufsichtsrat sitzen. Immerhin geht es ja „nur“ um ehrenamtliche Mitarbeit und nicht um annähernd einen Millionenbetrag.

Bereits im ersten Absatz leidet Herr Hendel schon unter Wahrnehmungsstörungen, wenn er den Unterzeichnern unterstellt, dass sie keine Verantwortung übernehmen würden. Und Sie Herr Geisler wissen es auch sehr wohl besser, dass Mitglieder der Fangruppierungen sich der Verantwortung stellen – u.a. die Fangemeinschaft fest im Aufsichtsrat vertreten ist. Zudem sind 2 der 3 Präsidiumsmitglieder Mitglieder der Fangemeinschaft. Und auch im Ehrenrat wird unsererseits Verantwortung übernommen. Über all die Jahre waren Mitglieder ihrer „sogenannten Opposition“ in ALLEN gewählten Gremien, neben den 3 genannten auch im Jugendrat, vertreten und haben versucht, auch erfolgreich mitzugestalten und das ehrenamtlich.
Weiterhin und das ehrenamtlich haben genau diese Fangruppierungen Lücken geschlossen, die der Verein ebenfalls unter kontinuierlicher Mitverantwortung von Markus Hendel als Geschäftsführer nicht leisten wollte. Fanbürgschaft, Brustsponsoraktion (zur Kompensierung eines von Hendel als Marketing GF nicht akquirierten Trikotsponsors) sind nur zwei markante Aktionen. Mitbeteiligt: Mitglieder der Unterzeichner.

Zukunft Dynamo sammelt mit teils spektakulären Aktionen seit über 10 Jahren Geld für den Dynamo-Nachwuchs was in über 6stelliger Höhe wesentlich zur Qualität und Ausstattung des Nachwuchszentrums beigetragen hat.
Die Ultras organisieren nicht nur die legendäre K – Block -WAND, welche europaweit von den Fanszenen ob ihrer Power und Choreografien bewundert und immer wieder von allen Medien bestaunt wird, sondern sind federführend für den bedingungslosen, zahlreichen und beeindruckenden Support bei allen Spielen der Mannschaft.

1953International hat es federführend und erfolgreich geschafft, dem Klischee des braunen, rassistischen Ost Klubs entgegen zu wirken, mit klaren Positionierungen und Aktionen gegen Rassismus, Nationalismus und Intoleranz.
Die Fangemeinschaft Dynamo e.V. stellt seit Jahren ehrenamtliche Fanbetreuer, kümmert sich um Behinderte, versucht zwischen Fans zu vermitteln, initiiert soziale Projekte wie „Dynamo für alle Kinder“, welche sozial schwachen Familien Dynamobesuche ermöglicht. Zudem vertritt die FG die Dynamofans in bundesweiten Fanorganisationen wie z.B. Pro Fans und UNSERE KURVE, macht sich für die Attraktivität des Stadions stark – zu dem auch der Wegfall der unsäglichen Sektorentrennung zählt, welche unsere Fans sinnloserweise trennt, statt vereint.

Und es sollten Ihnen und vor allem Markus Hendel die zahllosen Aktionen unter Federführung von Pro RHS bekannt sein, welche letztendlich den politischen Durchbruch zum Stadionneubau am traditionsreichen Standort mit hohem Identifikationsfaktor verhalf. Letztendlich war es auch der Anstoß von Pro RHS, der zusammen mit den Planern des Stadions, die Frauen-WM-Bewerbung der Stadt Dresden mundgerecht im Stadtrat servieren ließ. Ohne dieses Stadion wäre Dynamo schon mausetot, Dresden um eine Attraktivität ärmer.

Und nein, es ist kein Größenwahn oder eine Selbstüberschätzung, sondern es sind jederzeit belegbare Fakten und auch öffentliche Wahrnehmungen, welche in der Welt des Herrn Hendel so nicht stattfinden und welche Sie mit solchen Auftragswerken zu manipulieren versuchen. Das sind messbare Ergebnisse organisierter Dynamofans, welche Sie heute so diskreditieren.
Hier geht es auch nicht um das Nachtragen von Fehlern sondern um unseren Versuch, mindestens einen Verursacher aus nicht gelebter Verantwortung zu nehmen und ihm die Legitimation entziehen zu lassen, weiterhin mit schlechter Kommunikation und Leistungsbilanz, von Dynamo (mit)bezahlt, weiter zu wirtschaften. Ihre Brücke zum vermeintlich bei der letzten MV brüskierten Aufsichtsrat gelingt nicht. Ganz einfache Spielregeln der Demokratie, immerhin haben die von Ihnen genannten Mechanismen vor nicht allzu langer Zeit mal mehr als 2/3 der Vereinsmitglieder gewollt. Und es ist auch legitim, das sprichwörtliche Verbrennen von Geldern sowohl durch Pyrotechnik als auch vereinspolitische Unfähigkeit zu ahnden.

Aber was kümmert´s schon Herrn Hendel, aus Fakten durch leichte zeitliche Verschiebung, Andeutungen, Halb- und Unwahrheiten eine Fiktion zu machen. Das hatte bei ihm schon Methode als er „im Amt“ bei Dynamo war. Haben doch einige dazumal erfolgreich verhindert, dass Hendel und Köster Eigentumsrechte zu Deckung von Liquiditätslücken veräußern, von Räumlichkeiten, welche Dynamo gar nicht gehören. Und waren nicht auch Personen aus den Fangruppierungen mit daran beteiligt, welche vor noch nicht einmal 2 Jahren verhinderten, dass SportFive-Provisionsjäger Hendel die Brauerei Radeberger zu gleichen Konditionen der 3. Liga auch in Liga 2 bindet. Nur dem Engagement einiger Weniger ist es zu verdanken, dass durch die Unterbindung dieses stillschweigenden Deals, mittels Ansprechen des Mitbewerbers Feldschößchen, der Stadionbetreibung nicht jährlich fast 250.000 Euro fehlen. Das kann man nicht so einfach mit der Verwechslung von Brutto- und Nettobeträgen bei der Argumentation für Vereinsdefizite erklären oder mit geschönten Sachleistungen bei der Benennung von Sponsorenleistungen.
O.k. es ist dann eben für Sie legitim, wenn Hendel über 20 Ecken die Unterzeichner so populistisch in die Kölmel-Darlehn-Ecke drängt, so wie wir in unserem offenen Brief Markus Hendel in textlicher Nähe bei Rolf-Jürgen Otto angesiedelt haben. Und sie schreiben dies ungefiltert und ungeprüft auf.

Hendels kolportierte Gewaltandrohungen des „innersten Kreises des Vereins“, was auch immer er darunter versteht, ist natürlich genauso billigster Populismus, mehr noch – haltlose Unterstellung. Was bleibt ihm auch anders übrig, wenn Argumente fehlen. Dann schiebt man eigene Verantwortlichkeiten eben auf nicht mehr agierende Verantwortliche und konstruiert. Die Tatsache, dass er für seine Geschäftsführertätigkeit in den 6 Jahren eine höhere 6 stellige Summe kassiert hat und ziemlich jeder relevante Vertrag seine Unterschrift, neben der des jeweils agierenden Hauptgeschäftsführers trägt, spricht vereinsrechtlich für sich. Oder er schiebt seine Verantwortlichkeit beim benannten Wuppertalspiel mal eben auf die Polizei ab, obwohl Hendel selbst den Hut bei der Veranstaltungsorganisation auf hatte. Mit der (von umstehenden Zuschauern verbürgt) fatalen Anweisung von Maas „Reißt den Fetzen runter“ wurde die Zaunfahne der Ultras vom Sicherheitsdienst attackiert. In jeder Fanszene ist das etwa gleichzusetzen, wenn z.B. ein Pfarrer vor seinen Ministranten auf das Kreuz pinkelt. Umso verständlicher die wutigen Reaktionen derer, welche die Tragweite dieser Aktion erfasst haben. Auslöser war damals Hendel, der zuvor nicht klar und eindeutig die Anforderungen kommunizierte.

Was die Unterzeichner des Briefes von Markus Hendel grundsätzlich unterscheidet, lässt sich auf ein Wort reduzieren. Loyalität. Loyalität zum Verein mit seiner Tradition, seinem Standort, seinen über 13.000 Mitgliedern, seinem legendären Ruf in Deutschland und Europa. Und das alles mit Stolz, aus freien Stücken und in Ehrenamtlichkeit.

Lieber Herr Geisler, es wird ihnen sicherlich egal sein, dass Sie Ihren, immerhin noch anerkannten Namen, sowohl in der Journalistenbranche wie in Fan-Kreisen, mit dieser Kolportage selbstverschuldet beschmutzt haben, wie es in den heutigen Tagen ein rowdyhafter Autofahrer im Tauwassermatsch an einer Fußgängerampel den dort Wartenden nicht schlimmer antun könnte. Niemand erwartet von Ihnen eine Klarstellung der Fakten, denn dazu gehört ein ganzes Stück Anerkenntnis eigener Fehler – eine Fähigkeit, die ich Ihnen nach diesem Machwerk nicht zutraue. Und nein – dies ist kein Auftragswerk von irgendjemandem sondern die Reflektion meiner ureigenen Empörung nach 10 Jahren aktivem Fandasein und mehr als 35 Jahren Verbundenheit zum Heimatverein.

Im Sinne eines Denkanstoßes zur eventuellen Wiederfindung Ihrer Seriosität aber auch zum Nachdenken für Ihre Berufskollegen im Verteiler verbleibe ich.

Mit dynamischen Grüßen

Pro RHS

Quelle

 

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