Lüneburg mit kleiner Sensation gegen den VC Dresden

Mit einer unerwarteten 2:3-(25:19, 22:25, 24:26, 25:14, 7:15)-Niederlage beim Nord-Zweitligisten SVG Lüneburg verabschiedete sich der VC Dresden aus dem Pokalwettbewerb, währenddessen die Norddeutschen als einziges unterklassiges Team ins Viertelfinale des DVV-Pokals einzogen.

Auch wenn die Niedersachsen in der 2. Bundesliga Nord derzeit mit dem 6. Rang nur einen Mittelfeldplatz einnehmen, sollte der Dresdner Erstligist gewarnt sein, denn die Lüneburger sind eine starke Pokalmannschaft. Vor einem Jahr musste der Moerser SC hart kämpfen, bevor sein 3:0-Sieg feststand. Ihre Kampfstärke bewiesen die Norddeutschen auch im Pokalkrimi gegen VC Bitterfeld-Wolfen in der Qualifikationsrunde am 28. Oktober, den sie knapp mit 3:2 gewannen.
So schickte VC-Trainer Sven Dörendahl auch seine bewährte Stammformation auf das Feld:
Z: Santino Rost, D: Tom Klopfer, AA: Eric Grosche, René Andörfer, MB: Alan Wasilewski, Philipp Collin, L: Martin Merkel. Der sonst zweite Libero Robert Went sollte im Bedarfsfall die Annahme stabilisieren.

Die Gäste begannen mit einem Blitzstart und lagen vor allem dank starker Blockleistung schnell 10:2 in Front. Sie gewannen den Eröffnungssatz standesgemäß mit 25:19. Die Heimmannschaft brauchte einige Zeit, um sich auf den Gegner einzustellen und ihren Respekt vor dem Erstligisten abzulegen. Das war spätestens ab Satz 2 geschehen. Angefeuert von 600 begeisterten Zuschauern in der proppenvollen Halle lagen sie in diesem Abschnitt ständig mit 2 bis 4 Punkten in Führung und gewannen mit 25:22. Den Gästen, die im Block sichtlich nachließen, gelang es im gesamten Satz nicht, diesen knappen Rückstand wettzumachen.
Zu Beginn des 3. Abschnitts spielten die „Wölfe“ wieder konzentrierter und befanden sich bei 13:9 schon auf der Siegerstraße. Doch dann schlichen sich bei ihnen wieder Unkonzentriertheiten ein, und die Gastgeber, die im Blockspiel jetzt Vorteile hatten, kämpften sich Punkt für Punkt wieder heran. Bei 15:15 hatten sie den 4-Punkte-Rückstand aufgeholt und bei 18:17 gingen sie erstmals in Führung. VC-Trainer Sven Dörendahl reagierte: Er brachte bei 15:15 Thomas Schober für Tom Klopfer, um mehr Angriffsdruck zu entwickeln, und bei 17:19 Robert Went für René Andörfer zur Stärkung der Annahme. Bei 21:21 erfolgte der Rückwechsel Andörfer-Went. Bei 24:22 hatten die Gäste ihren ersten Satzball, den sie nicht verwandelten. Durch schwache Angriffsleistungen ließen sie auch die nächsten Chancen aus. Die kampfstarken Lüneburger machten es besser und fingen den Erstligisten auf der Zielgeraden noch ab, so dass der Satz mit 26:24 an die Hausherren ging, die damit nach Sätzen mit 2:1 in Front zogen. Wie der weitere Spielverlauf zeigt, sollte sich diese Nachlässigkeit der Dresdner „Wölfe“ rächen. Sie gewannen den 4. Satz souverän mit 25:14 und hätten bei etwas mehr Konzentration am Ende des 3. Satzes ihren 3:1-Sieg feiern können. Stattdessen mussten sie nun in den Tiebreak, der bekanntlich viele Unwägbarkeiten enthält.

SVG-Trainerin Sylvia Roll hatte im Laufe des 4. Abschnitts drei ihrer Leistungsträger ausgewechselt, um sie auf den entscheidenden 5. Satz vorzubereiten. Das gelang der Ex-Nationalspielerin, denn die unbekümmert aufspielenden Gastgeber  zogen von Beginn an in Front, während bei den Gästespielern die  Nervosität mit jedem Gegenpunkt sichtlich zunahm. Auch der Wechsel Klopfer für Schober bei 3:7 änderte nichts am Spielverlauf. Bei einer Führung von 8:3 zum letzten Seitenwechsel, aber spätestens bei 10:4 gab es am Sieg des Zweitligisten keinen Zweifel mehr. Unter dem Jubel der Zuschauer erzielten die Männer um Kapitän Urbatzka nach 108 Minuten den Matchball zum 15:7 und hatten damit die Pokalsensation geschafft. Ihnen gelang damit eine der im Volleyball äußerst seltenen Überraschungen im Duell zwischen Zweit- und Erstligisten. Dieser Sieg der leidenschaftlich kämpfenden Norddeutschen geht in Ordnung. Der Erstligist aus Dresden bot nur phasenweise (1. und 4. Satz) eine überzeugende Leistung.

Trainer Sven Dörendahl war sauer: „Wir müssen das Spiel unter der Kategorie „Sch…“ verbuchen und es sofort abhaken. Alles Lamentieren und Reden ändert nichts am Ergebnis: Wir sind heute aus dem Pokal geflogen. Punkt. Wir dürfen uns jetzt nicht nervös machen, denn wir haben bereits in drei Tagen das nächste wichtige Spiel in der 1. Bundesliga in Bühl.“

Autor:  Rolf Hiecke(VC Dresden)

 

 

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