VC Dresden – Aufsteiger verliert beim Überraschungs-Spitzenreiter

Vor 1800 Zuschauern in der Kreis Arena Düren unterlag der VC Dresden dem Überraschungs-Spitzenreiter evivo Düren mit 0:3 (23:25, 18:25, 17:25).

Die Geschichte zu diesem Spiel begann bereits am Freitag, als der Einsatz von Kapitän Eric Grosche (Rückenbeschwerden), Santino Rost (Grippe) und Tom Klopfer (eingeklemmter Nerv) im Punktspiel gegen den Tabellenführer äußerst fraglich war. Tom Klopfer trat die lange Reise nach Düren gar nicht erst mit an. Eric Grosche biss die Zähne zusammen und spielte ebenso wie Santino Rost, auch wenn der Kapitän durch die Beschwerden im Spiel sichtlich gehandicapt war. So trat der VCD in folgender Startformation an: Z: Santino Rost, D: Thomas Schober, AA: Eric Grosche, René Andörfer, MB: Alan Wasilewski, Philipp Collin, L: Martin Merkel.

Die 1800 Zuschauer, darunter auch ein kleiner Dresdner Fanclub, trauten ihren Augen nicht, als nach einer 9:7-Führung des Favoriten die Gäste mit beherztem Spiel auf 14:10 und gar 21:16 in Front zogen. Dürens Trainer Mücke versuchte mit seinen beiden Auszeiten bei 13:10 und 19:15 den Dresdner Sturmlauf zu bremsen. Mit seiner zweiten Auszeit gelang es ihm dann auch. Die Heimmannschaft stellte von Sprung- auf gezielte Floataufschläge um und brachte so die Dresdner Annahme ins Schwimmen und damit den Spielaufbau der Gäste ins Stocken, die mit jedem Dürener Punkt unsicherer wirkten und nur auf „Fehlervermeidung“ aus waren, anstatt weiter mutig anzugreifen, wie es der VC-Coach bemängelte. Frenetisch angefeuert von den 1800 Zuschauern holten die Dürener Punkt für Punkt auf und schafften bei 23:23 den Ausgleich und bei 25:23 noch den kaum zu erwartenden Satzgewinn. „Wir haben nicht aufgehört zu kämpfen“, freute sich evivo-Coach Mücke.

Diese Schlussphase hinterließ bei den „Wölfen“ sichtbare Spuren. Sie konnten in den beiden folgenden Sätzen bei Weitem nicht mehr an die gute Leistung des ersten Abschnittes anknüpfen und verloren mit 18:25 und 17:25 deutlich. Trainer Sven Dörendahl charakterisierte das Spiel seiner Männer treffend: „Sie haben in den Sätzen 2 und 3 die Schlussphase des ersten Satzes nicht aus ihren Köpfen herausgebracht.“
Bemerkenswert ist lediglich, dass der kubanische Neuzugang Yaniel Garay Gomez in beiden Sätzen für den jungen Thomas Schober auf der Diagonalposition erstmalig eingewechselt wurde, um den Angriffsdruck zu erhöhen. Das ist ihm durchaus gelungen, auch wenn er sein Potenzial noch nicht voll abrufen konnte und gegenwärtig noch Trainingsrückstand hat. Zudem trainierte er in Dresden bisher nur auf der AA-Position, so dass es Abstimmungsprobleme mit den Zuspielern gab.
Mitte des dritten Satzes kam Tim Neuber für den grippegeschwächten Santino Rost  auf das Feld.

Der klare Sieg des Tabellenführers ist völlig verdient, denn er hatte mit dem belgischen Beach-Ass Dennis Deroey in der Annahme, dem Dänen Peter Lyck Hansen und dem Belgier Aljosa Urnaut im Angriff sowie Jaromir Zachrich im Block die besseren Akteure auf dem Feld.

Zum „Most Valuable Player“ wurden Dennis Deroey (evivo Düren) und René Andörfer (VC Dresden) gewählt, der mit 21 Punkten erfolgreichster Dresdner Angreifer war.

Trainer Sven Dörendahl meinte nach dem Spiel: „Es ist nichts Unnormales passiert. Der Aufsteiger hat beim Tabellenführer verloren. Dass der Gegner stark ist, war uns bekannt. Mit den drei Niederlagen, zwei davon gegen sehr starke Mannschaften, liegen wir weiter in dem Rahmen, der vernünftigerweise zu erwarten war. Nach dem verlorenen ersten Satz fehlten uns der Mut und die Unbekümmertheit. Aber gerade diese sind notwendig, um an unsere Leistungsgrenze gehen zu können. Insofern haben die Jungs aus diesem Spiel viel gelernt.“

Am nächsten Samstag, den 3.11.12 20 Uhr, kommt es für die „Wölfe“ in der Dresdner Margon Arena noch dicker, denn sie empfangen den Deutschen Meister und die derzeit beste deutsche Clubmannschaft Berlin Recycling Volleys zum Punktspiel. Zeitgleich mit dem VC-Spiel in Düren zerlegten die Berliner vor 4000 Zuschauern ihren Gegner Moerser SC in drei kurzen Sätzen, ähnlich wie in einer großen Siebtrommel einer Müll-Recycling-Anlage. Doch vor dem Spiel in Dresden muss der Deutsche Meister  am 31.10.12 noch im 4300 Kilometer entfernten Novosibirsk sein nächstes Champions League-Spiel bestreiten. VC-Trainer Sven Dörendahl freut sich auf das Spiel mit den Berlinern und hofft auf eine volle Halle: „Das wird für uns ein Schaulaufen.“

Autor:  Rolf Hiecke  (VC Dresden)

 

 

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