Dynamo – Die Taktik kennt jeder

Samstag 13 Uhr, bestes Fußballwetter in Dresden. Das Spiel zwischen Dynamo und Braunschweig wird angepfiffen.  Eine 0:2 Niederlage leuchtet beim Abpfiff auf der Anzeigentafel. Das Ende kennt schon fast jeder. Über die Gelb-Rote Karte für Romain Brégerie und die Rote Karte für Robert Koch wurde schon viel diskutiert. Meiner Meinung nach waren diese nicht unberechtigt.

Was vielen und mir aber auch auffällt, es will nicht so richtig und das liegt nicht an irgendwelchen Karten oder Pfiffen des Schiedsrichters. Das Spiel von Dynamo wirkt oft statisch, Chancen sind Mangelware und irgendwie wünscht man sich einfach mal einen zweiten Stürmer und mehr Leben in der Offensive. Was der Fan meist sieht, ist ein Mickael Poté, welcher oft alleine irgendwo zwischen dem gegnerischen Tor und der Mittellinie herum läuft, wir bedauern ihn oft. Da kann man schon froh sein, dass er noch relativ oft das Tor trifft, wenn er die Möglichkeit bekommt.

Und da besteht das Problem, zumindest eins. Wenn links Ouali oder rechts Koch und in der Mitte Trojan im 4-2-3-1 System versuchen einen Abnehmer zu finden, kommt der Ball meist beim Gegner an. Das Poté Tore schießen kann, weiß der Gegner spätestens seit letzter Saison. Die Einstellung auf das taktische System Dynamos ist daher nicht schwer. Mickael gut zustellen und damit praktisch aus dem Spiel nehmen. Anspielmöglichkeiten finden sich dann nur noch auf den Außenbahnen. Dort allerdings gelingt es bisher weder Ouali noch Koch sich durchzusetzen, meist ist der gegnerische Spieler der Sieger oder der Pass landet direkt in den Füßen des Gegners.

Im ersten Saisonspiel gegen Bochum(1:2) spielte Dynamo im 4-4-2 System mit Pavel Fort und Poté im Sturm. Fort konnte aber nicht überzeugen und Trainer Ralf Loose, wechselte daraufhin die taktische Aufstellung in das bekannte 4-2-3-1. Im Spiel gegen 1860 München konnte so immerhin ein 2:2 erspielt werden. Gegen Duisburg konnte gar, mit gleicher Aufstellung, ein 3:1 gefeiert werden.

In den bisherigen 10 Saisonspielen kam dieses System 8 mal zum tragen. 8 Punkte konnte Dynamo damit gewinnen. Nicht viel schlechter als in der letzten Saison. Da waren es zu diesem Zeitpunkt insgesamt 10(jetzt 9) Punkte. Sind es also die gestiegenen Erwartungen, welche dieses Gefühl, dass Dynamo keine Chancen hat, hinten nicht raus kommt und einfach nicht gefährlich genug ist, ausmachen?

Gegen Köln hat das Blog – Spielverlagerung – einen ausführlichen Taktikbericht erstellt. Man erkennt hier klare Schwächen, aber diese liegen nicht nur am taktischen System. Es wird auch über das langsame Umschaltspiel und die fehlende Übersicht geschrieben.

Und auch wenn man einige Zahlen mit der letzten Saison vergleicht, ist Dynamo nicht wirklich schlechter. In der letzten Saison hatte Dynamo im Schnitt 12,5(425/34) Torchancen in der bisherigen Saison sind es durchschnittlich 11,2(112/10). Nimmt sich nicht viel. Beim Ballbesitz kann der Verein sogar ein leichtes Plus verzeichnen. In der Saison 2011/12 46.53 % ist man jetzt bei 47,78 %. Aber vielleicht fehlt es ja hier? Läuferisch ist Dynamo diese Saison bei weitem nicht so gut wie in der Letzten. 2011/12 rannten die Spieler zusammen pro Spiel noch ungefähr 108,8 km(3699.15 km/34), 2012/13 sind es nur 106,6 km(1060,6/10). Daran sollte es also auch nicht liegen.

Allerdings nützt es nicht viel die Saisons zu vergleichen. Nimmt man nämlich nur die Werte dieser Saison steht Dynamo im Vergleich mit den anderen Mannschaften fast in allen Bereichen auf einem der letzten Plätze (Quelle: Sport 1). Und dies macht sich eben gerade bei den Torschüssen bemerkbar. Dort steht Dresden auf dem drittletzten Platz. Und wer weniger Torschüsse hat kann meistens auch nicht so viele Tore schießen.

Welche Möglichkeiten bleiben jetzt? Bisher haben weder Lynel Kitambala, Petar Sliskovic oder  Tobias Jänicke, Ralf Loose überzugen können neben Potè stürmen zu können. Und auch Pavel Fort ist laut dem Trainer nicht in der Form um der Mannschaft zu helfen.

Vielleicht ist es an der Zeit es einfach mal wieder mit 2 Stürmern zu probieren. Mehr als schief gehen kann es nicht. Aber dann wissen wir Fans immerhin das es versucht wurde und man hat nicht immer dieses Gefühl das mit der 4-2-3-1 Taktik nicht gewonnen werden kann.

6 Gedanken zu „Dynamo – Die Taktik kennt jeder

  • 23. Oktober 2012 um 12:46
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    Endlich mal einer, der das auch so sieht. Wir brauchen nicht nur mehr Eier, sondern auch mehr als einen Stürmer. Kitambala sollte jetzt mal ran. Deswegen ist die rote Karte vielleicht doch mal ein Wink mit dem Zaunspfahl des Fußballgotts (nicht Pote 😉

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    • 23. Oktober 2012 um 15:06
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      @Mone Ja, eigentlich ist es mir sogar egal, ob nun Kitambala, Sliskovic oder Fort. Ich will selber mal sehen, ob die Spieler denn wirklich nicht in Form sind. Und wenn es klappt, sind alle glücklich.

  • 25. Oktober 2012 um 09:56
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    Sehr gute Einschätzung! Ich denke ebenfalls, dass sich Mickael vorn allein aufreibt. Wenn da wenigstens einer steht, der etwas „ablenken“ könnte…
    Auf alle Fälle hätte meiner Meinung nach Tobias Jänicke mal eine Chance von Anfang an verdient!!!

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    • 25. Oktober 2012 um 10:10
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      @ballsalat Der Jänicke hat es wirklich mal verdient. Bei eigentlichen allen Einwechslungen hat er bisher eine gute Leistung gezeigt und für Gefahr gesorgt.

  • 25. Oktober 2012 um 10:09
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    Guter Ansatz, aber fürs nächste Spiel wohl schwierig umzusetzen. Da Koch und wohl auch Trojan fehlen, wird Jänicke wohl eher dort reinrutschen. Und dann muss er noch einen neuen bringen und dass er den bei einem Auswärtsspiel in Hamburg tatsächlich auf die zweite Stürmerposition setzt, ist leider unwahrscheinlich, da erwarte ich eher wieder ein Spiel wie in Köln mit 25 Prozent Ballbesitz und zwei Chancen, nur dass man dabei nicht nochmal so glücklich vom Platz gehen wird…

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    • 25. Oktober 2012 um 10:13
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      @Gab Da muss ich dir wohl recht geben. Gegen Pauli ist sicher wieder alles auf Konter gesetzt. Aber es wäre eben schön den Gegner mal zu überraschen. Bregerie fehlt ja leider auch noch…

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