VC Dresden – Kein Titel, aber Aufstieg

Pleite an der Pleiße                                                                                                                                                                 Der VC Dresden verlor in Leipzig gegen die L.E. Volleys klar mit 0:3 (23:25, 21:25, 18:25).

Das mit Spannung erwartete Fernduell um die Meisterschaft fand mit Delitzsch einen klaren Sieger. Während für die Dresdner in Leipzig nichts zu holen war, ließen sich die Nordsachsen in Freiburg nicht die Butter vom Brot nehmen und gewannen klar mit 3:0. Damit wurde der GSVE Delitzsch verdient Meister, denn sie waren über die gesamte Saison hinweg das stabilste Team und wiesen in den entscheidenden Spielen in der Schlussphase der Meisterschaft ihre beiden unmittelbaren Kontrahenten Dresden und Freiburg in die Schranken.
Den Männern von Spielertrainer Sven Dörendahl, die insgesamt 22 Spieltage an der Tabellenspitze lagen, ging auf der Zielgeraden die Puste aus, denn in den letzten vier Spielen gelang ihnen nur ein einziger Sieg. Sie belegten am Ende den 2. Platz, den ihnen zu Saisonbeginn nicht einmal die kühnsten Optimisten zugetraut hätten. Auch wenn sie ihr Ziel, als Meister in die 1. Bundesliga aufzusteigen, knapp verfehlten, können sie mit Stolz auf diese Saison zurückblicken. Der dritte Platz ging ebenfalls nach Sachsen. Die L.E. Volleys, die einen völlig missglückten Saisonstart hatten, verdrängten in einer beeindruckenden Aufholjagd noch den FT 1844 Freiburg von diesem Medaillenplatz.

In der mit 560 Zuschauern, darunter ca. 50 Schlachtenbummler aus Dresden, gut besuchten Leipziger Sporthalle an der Brüderstraße versuchten beide Teams mit harten, risikovollen Aufschlägen die gegnerische Annahme unter Druck zu setzen und damit den Spielaufbau des Gegners zu stören. Dieses Konzept ging für Messestädter voll auf, weil sich der Dresdner Annahmeriegel mit zunehmender Spielzeit als brüchig erwies. Dabei erwischten die Dresdner den besseren Start und zogen mit 10:6 in Front, aber bei 11:11 war das Spiel wieder völlig offen. Nach dem 16:15 zur 2. technischen Auszeit trumpfte der Ex-Dresdner Mittelblocker Robert Karl, der an der Leipziger Uni studiert, groß auf. Mit seinen diagonalen Schnellangriffen ließ er seinem Dresdner Gegenüber keine Chance, und gemeinsam mit Eric Wichert war er auch im Block kaum zu bezwingen, so dass die Gastgeber auf 20:16 in Front zogen und bei 24:21 ihren ersten Satzball hatten. Sven Dörendahl sorgte mit seinen gefährlichen Flatteraufgaben für den Anschluss zum 23:24, aber seine dritte Aufgabe in Folge landete im Netz, so dass die Leipziger den Satz mit 25:23 gewannen.

Der zweite Satz war ebenfalls hart umkämpft. Bis zum 17:17 gaben sich beide Mannschaften keine Blöße. Dann brachten sich die Dresdner mit drei Fehlern in Folge (zwei verschlagene Angriffe und ein Annahmefehler) selbst ins Hintertreffen. Bei 20:21 wurde es wohl noch einmal spannend, aber in der Schlussphase sorgten erneut ein Annahmefehler der Gäste sowie ein Schnellangriff von Robert Karl und ein erfolgreicher Block für den 25:21-Satzerfolg der Leipziger.

Im dritten Abschnitt gingen die Elbestädter durch Tom Klopfer, Klaus Kunert und einem Ass von Eric Grosche mit 3:1 in Führung. Doch nach dem 6:4 verloren sie durch gravierende Annahmeprobleme den Faden und gerieten auf die Verliererstraße. Bei 9:12 kam Felix Pauli für René Andörfer, der an seiner alten Wirkungsstätte nicht den besten Tag erwischt hatte. Auch ein von den Zuschauern erwarteter Wechsel auf der Liberoposition hätte wahrscheinlich keine Änderung mehr bewirkt, denn die meisten Dresdner Spieler hatten sich praktisch schon mit der Niederlage abgefunden. Bei 11:16 verließ der enttäuschte Sven Dörendahl das Feld. Er hätte im letzten Spiel seiner erfolgreichen aktiven Sportkarriere durchaus einen besseren Abschied von seiner Mannschaft verdient. Für ihn kam Tim Neuber ins Spiel. Die Gastgeber zogen mühelos auf 24:16 davon. Den Matchball zum 25:18 erzielte Eder Pinheiro, der über den halbherzig springenden Dresdner Block den Ball ins gegnerische Feld donnerte. Der Leipziger Sieg ist auch in dieser Höhe verdient. Die Messestädter spielten mit mehr Leidenschaft als die Gäste und hatten vor allem in der Annahme, aber auch im Block und in der Feldabwehr unübersehbare Vorteile. Zudem litt der Dresdner Angriff erheblich unter der eigenen schlechten Annahme.

Für den VC Dresden spielten: Z: Sven Dörendahl, AA: Eric Grosche, René Andörfer, D: Tom Klopfer, MB: Phillip Collin, Klaus Kunert, L: Martin Merkel.
Tim Neuber, Thomas Schober und Felix Pauli wurden eingewechselt.

Im Anschluss gratulierte SSVB-Präsident Wolfgang Söllner den VC-Männern zu der sensationellen Saison und zu dem Mut, in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Für die nächste Saison in Deutschlands Eliteliga wünschte er den Männern von Sven Dörendahl alles Gute. Wolfgang Söllner lobte die stolze Bilanz der drei sächsischen Flaggschiffe Delitzsch, VC Dresden und L.E. Volleys im Männervolleyball, die in der 2. Bundesliga Süd die ersten drei Plätze belegten. Er wollte eigentlich im Auftrag der DVL den VC-Männern den Meisterpokal überreichen, musste ihn aber wieder mitnehmen. Dieser geht nun an den neuen Meister Delitzsch.
Viel Applaus vom Leipziger und Dresdner Publikum erhielt Spielertrainer Sven Dörendahl, der seine Spielerkarriere mit diesem Spiel beendete und ab nächster Saison als Trainer die Geschicke seiner VC-Männer vom Spielfeldrand leiten wird.

Stimmen zum Spiel:
LEV-Trainer Steffen Busse: „Es war ein verdienter Sieg meiner Mannschaft, die heute noch einmal eine Leistung deutlich über den Durchschnitt bot. Unsere Annahme hat sehr gut gestanden. Deshalb konnten wir unser schnelles Spiel über die Mitte aufziehen. Die Dresdner haben zu viele Fehler gemacht.“

LEV-Kapitän Jan Günther: „Als ich vor Saisonbeginn die Spielansetzungen sah, wusste ich, dass in diesem Spiel die Meisterschaft entschieden wird. Es sollte aber eigentlich unsere Meisterschaft sein. Nun schauen wir auf die nächste Saison.“

VC-Trainer Sven Dörendahl: „Der Leipziger Sieg geht in Ordnung. Unser Spiel entsprach nicht meinen Vorstellungen. Wir haben heute zu viele eigene Fehler gemacht. Dafür muss ich mich bei den vielen mitgereisten Dresdner Fans entschuldigen.“

VC-Co-Trainer Stefan Thormeyer: „Leipzig hat verdient gewonnen. Mehr ist dazu nicht zu sagen.“

 

Autor:  Rolf Hiecke (VC Dresden)

2 Gedanken zu „VC Dresden – Kein Titel, aber Aufstieg

  • 29. April 2012 um 21:25
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    wenn ich einen artikel 1 zu 1 kopiere dann bitte mit dem namen des autors in diesen fall herr Rolf Hiecke.

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    • 30. April 2012 um 15:57
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      Natürlich Holger, da hast du Recht! Mache ich auch immer, da ich die Pressemitteilungen immer mit dem Namen des Autors veröffentliche. Danke dir für den Hinweis!

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