Guter Start in die GFL Saison 2012 für die Footballer der Dresden Monarchs. Die Sachsen gewannen ihr erstes Spiel bei den Lübeck Cougars mit 13:23 (0:0/7:6/7:10/0:7)

Jubilar vs. Aufsteiger, Favorit vs. Underdog – so einfach und klar scheinen manchmal die Vorzeichen zu sein. Und so schön war es aus Sicht eines Footballfans mal wieder zu sehen, dass all das nix mehr zählt, wenn der erste Kick-Off durch die Luft segelt. Dann zählt nur der Moment und keine Statistik! Und so erlebten die Zuschauer im Stadion Buniamshof am Samstag einfach zwei hoch motivierte Teams, die beide einen möglichst glücklichen Start in die GFL Saison 2012 hinlegen wollen.

Die erste Halbzeit gehörte vor allem den beiden Verteidigungsreihen. Beiden Teams gelang es zunächst nicht, wirklich zwingend anzugreifen. Dresden startete zwar schwungvoll in den ersten Drive, doch ein Personal Foul gegen Jan Hilgenfeld bremste die Offense jäh aus. Hilgenfeld war es dann aber auch, der mit einem ersten Bigplay, einem langen gefangenen Pass von Quarterback Nick Hardesty dem nächsten Drive den nötigen Schwung verlieh. Und das führte fast zu den ersten Punkten für die Monarchs. Larry Croom, der nach der Winterpause nach Dresden zurückgekehrte US-Runningback, lief zum ersten Touchdown in die Lübecker Endzone – nur verlor er leider unterwegs dabei den Ball. Keine Punkte! Und so ging es weiter. Dresdens Angriff lief alles andere als rund. Das Laufspiel über Larry Croom kam nicht wirklich in Schwung. Von guter Abstimmung zwischen QB Hardesty und seinen Receivern war nicht immer etwas zu sehen. Was mitnichten nur an Dresden selbst lag, sondern vor allem auch an einer engagierten Defense des Aufsteigers. Lübeck war offensichtlich nicht nur gewillt ein erstes Ausrufungszeichen beim Liga-Debut zu setzen. Lübeck war vor allem gut vorbereitet und arbeitete diszipliniert und konzentriert. Und so dauerte es bis gut anderthalb Minuten vor der Halbzeitpause, eh Dresden die ersten Punkte bejubeln durfte. Hardesty bediente Chris Evering mit einem Pass über 38 Yard – Touchdown Monarchs! Was folgte war ein ziemliches Durcheinander beim Extrapunktversuch, den die Monarchs in verschiedenen Varianten gleich drei Mal durchspielten. Allerdings ohne Erfolg. Zwischenstand 0:6. Damit hätte man einigermaßen beruhigt in die Kabine gehen können. Hätte! Wenn die letzten 90 Sekunden nicht mal wieder eindrucksvoll bewiesen hätten, wie spannend und manchmal auch verrückt Football sein kann, wie schnell bei dieser Sportart in nur einem Augenblick ein ganzes Spiel kippen kann und warum man als Schreiber solcher Texte schnell atemlos und beeindruckt zu ausufernden Schachtelsätzen neigt. 90 Sekunden – Zeit zunächst für die Gastgeber die mit ihrer Offense aber nicht wirklich vorankamen. Also nochmal Dresden mit dem Angriffsrecht. Aber auch da gelang nix zwingendes. So schritt denn Jan Hilgenfeld ein paar Sekunden vor der Pause zum Punt. Und musste erleben, dass Lübeck keineswegs schon im Pausenmodus tatenlos zuschaute. Der Punt wurde noch in der Monarchs Redzone geblockt. Eine Einladung, die Cougars QB Andrew Hill nicht ausschlagen konnte. Mit der buchstäblich letzten Sekunde warf der einen Pass auf Locklan Gilbert zum Touchdown. Und auch der Zusatzpunkt gelang (Daniel Töllner). Und so ging plötzlich der Gastgeber mit einer Führung zum Pausengetränk vom Feld.

Das Gewitter in der Kabine der Monarchs muss laut und wirkungsvoll gewesen sein. Dresden wollte es im zweiten Durchgang besser machen und holte sofort auf dem Feld zum ersten Schlag aus. Chris Evering trug den Kick-Off der Cougars postwendend zum nächsten Touchdown übers Feld (PAT Hilgenfeld 7:13). Überhaupt: Chris Evering. Der College-Kumpel von QB Nick Hardesty machte sich in diesem ersten Spiel nahezu unverzichtbar. Defense, Offense, Specialteam – kaum eine Variante, in der die gegnerischen Cougars nicht den Mann mit der Nummer 4 auf dem Feld entdeckten.

Dresden drückte weiter. Wieder folgte eine schöne Serie übers Feld, die Jan Hilgenfeld mit einem 23 Yard Fieldgoal zum 7:16 versilberte. Aber Lübeck wusste zu kontern: Kurz vor dem letzten Wechsel verkürzte Andrew Hill mit einem spektakulären 43 Yard Pass auf Mike Kresowaty auf 13:16 (PAT nicht gut). Dresden hatte dennoch mehr Sprit im Tank. So zogen sie im letzten Viertel auf 13:23 davon, nachdem Larry Croom über die kurze Distanz zum letzten Touchdown der Partie gelaufen war.

Lübeck hat mit diesem Spiel ein deutliches Signal an die Liga gegeben: wir sind nicht als Kanonenfutter für die anderen aufgestiegen! Mag sein, dass ein paar Dresdner sich diesen Auftakt im Jubiläumsjahr – 20 Jahre Dresden Monarchs – anders, vielleicht einfacher vorgestellt hatten. Am Ende stehen dennoch die ersten zwei Punkte im Buch und die Monarchs durften glücklich mit einem Sieg die Heimreise antreten.

 

Autor: Dresden Monarchs

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