Stadtradeln auch 2012 in Dresden?

Im letzten Jahr beteiligte sich die Landeshauptstadt mit mehr als 2.000 Einwohnern zum ersten mal beim Stadtradeln und nur wenige hätten wohl damit gerechnet das Dresden die Fahrrad aktivste Stadt Deutschlands wird. Doch mit knapp 85.000 (Tausend) Kilometern, in 3 Wochen, mehr als Tübingen, welche den 2. Platz erreichte, holte sich Dresden den Gesamtrang 1. Nun sind wir also „Titelverteidiger“. Aber werden wir unseren Titel auch verteidigen können? Noch ist Dresden nicht angemeldet. Aber ich denke das werden wir noch machen. So eine erfolgreiche Aktion sollte doch nicht einfach so verpuffen.

7 Gedanken zu „Stadtradeln auch 2012 in Dresden?

  • 15. März 2012 um 20:27
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    Ich wohne in einer schönen Gegend Dresdens, wir haben seit 1990 kein Auto in der Familie, ich bin überzeugter Fahrradfahrer und ÖPNV-Jahreskarteninhaber.

    Trotzdem sehe ich das »Stadtradeln« sehr kritisch: Ein Wettbewerb, den niemand kontrolliert, ist auch kein Wettbewerb. Das »Stadtradeln« ist eine völlig skurrile Veranstaltung: Jeder kann dort eintragen, was immer er sich ausgedacht hat und niemand kann (oder will) es kontrollieren. Die errechneten CO2-Einsparungen sind darauf aufbauend erst recht Phantasie-Zahlen: Jeder Fahrradkilometer gilt als ein ersetzter Auto-Kilometer. Das ist doch abstrus.

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    • 15. März 2012 um 21:55
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      Das der Wettbewerb nicht kontrolliert wird, ist sicher ein Kritikpunkt. Es ist also eher eine Aktion. Ich finde, wichtig dabei ist es den Leuten zu zeigen, dass Auto mal stehen zu lassen. Es geht prinzipiell auch nicht darum wer Erster wird, es ist ein Anreiz. Der Veranstalter bezweckt auch gar nicht einen Sieger und Verlierer zu ermitteln. Hier geht es wirklich um die Umwelt. Das sollte man vielleicht besser herauskristallisieren. Ich habe letztes Jahr selber mitgemacht. Wer bei der Angabe nicht die korrekten Kilometer eingibt, betrügt sich, die anderen und die Umwelt. Am Ende ist alles freiwillig und die Aktion an sich finde ich gut! Wenn nur 1/5 der „gesparten“ Emissionen stimmen, ist auch dies ein kleiner Erfolg für die Umwelt.

  • 15. März 2012 um 22:42
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    Ich bin Ingenieur und ich bin der Meinung: Wenn nur 1/5 stimmt, dann sollte ehrlicherweise auch nur 1/5 dokumentiert werden.

    Das kann man ganz einfach ausrechnen, indem man fragt: Wie hätten Sie den Weg sonst zurückgelegt? Dann werden die Werte für Auto, Straßenbahn etc. als Grundlage der Berechnung der Einsparungen verwendet. Datenbanktechnisch ist das ein Klacks.

    Beim Stadtradeln in München haben die erfolgreichsten Teilnehmer eine Radtour durch Skandinavien abgerechnet. Dadurch ist in München überhaupt gar kein CO2 eingespart worden …

    Übrigens: Ich habe seit 22 Jahren gar kein Auto und mache trotzdem keinen Wind um meine eingesparten Emissionen 😉

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    • 16. März 2012 um 16:49
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      Ich kann dir das nicht absprechen. Wenn Teilnehmer ihre gefahrenen Kilometer nicht in der Stadt einbringen, in der sie sich registriert haben, dann „spart“ diese Stadt auch keine Kilometer. Verhindern könnte man das sicher mit Nachfragen, aber eigentlich müssten die Teilnehmer selbst merken, dass sie nicht „fair spielen“. Wie gesagt es geht ja nicht um den Wettbewerb an sich, sondern um die Umwelt. Ob solche Aktionen ihr was bringen, lässt sich in Frage stellen. Aber wichtig ist die Präsenz der Problematik. Viele müssen eben doch immer wieder daran erinnert werden, dass der Mensch die Natur nicht so belasten darf wie er es zurzeit macht. Es wäre sehr lobenswert, wenn noch mehr Leute wie du mit dem Fahrrad unterwegs wären.

  • 16. März 2012 um 19:20
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    Es wäre für mich völlig in Ordnung, wenn man einfach für Radeln und Laufen werben würde. Das ist ja umweltfreundlich und (nebenbei) auch gesund.

    Etwas Persönliches: Ich war zur Wende in der DDR 22 Jahre alt. Ich kenne also noch die sogenannte »Tonnenideologie« der SED und des DDR-Staates. Deshalb sage ich: Überzeugung für sportliche, gesunde und umweltgerechte Bewegung — gern und jederzeit! Aber staatliche Propaganda auf der Basis völlig absurder Zahlen — bitte nie wieder!

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  • 10. April 2012 um 13:06
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    Natürlich ist die Rechnung der Ersparnis Unsinn – egal, ob in Dresden oder in anderen Städten. Da wird nicht nur, wie schon gesagt, pauschal jeder Fahrrad-km in CO2-Ersparnis umgerechnet, ohne zu fragen, wie der Weg sonst zurückgelegt worden wäre (Auch Fahrrad? Zu Fuß? Moped? Auto? Welche Antriebsart? Wieviel konkrete CO2 pro km?). Und ob der Weg überhaupt zurückgelegt worden wäre.

    Auch ich habe als Bewohner eines Stadtrandstadtteils zwangsläufig nicht alle km auf Dresdner Flur zurückgelegt…

    Weiterhin ist Dresden auch nicht die fahrradaktivste Stadt gewesen – dann dafür sind nur die Fahrrad-km pro Einwohner aussagekräftig.

    Fridolin

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