Ostderby erleben

Sonntag, 12.30 Uhr – Ich hatte Glück, durch einen Freund bin ich zwei Tage vor dem Derby zwischen Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue noch an eine der begehrten Karte für das Spiel gekommen. Innerhalb von 4 Tagen waren diese schon zwei Wochen vorher ausverkauft gewesen. Ich war einfach zu spät. Sicher ich hätte mir auch für viel Geld eine bei einem gewissen Auktionshaus ersteigern können. So aber war es viel überraschender. Dynamo habe ich letztes Jahr sehr die Daumen gedrückt, war bei allen letzten Heimspielen dabei und auch die Relegationsspiele habe ich im Stadion gesehen. Dabei habe ich noch nicht einmal einen Schal, der mich als Fan erkenntlich zeigen würde. Es ist sehr gut und wichtig für den Sport das Dresden mindestens in der 2. Bundesliga vertreten ist, dass das Fanpotential locker für die erste Liga reichen würde, wissen denke ich alle. Mit dem Spiel gegen Aue stand für viele wieder eine so genannte „Risikopartie“ auf dem Programm. Knapp 1000 Polizisten waren einsatzbereit, zum ersten mal wurden Hunde zum erkennen von Sprengkörpern und Pyrotechnik eingesetzt(sehr gut – Meiner Meinung nach ist das ein guter, zweckmäßiger Einsatz  zur Bewahrung der Sicherheit). Wie ich es mir aber gedacht habe – in einem früheren Artikel auch festgehalten – kam es zu keinen großen Ausschreitungen, bis auf ein kleines Feuerchen im Gästeblock am Ende des Spiels. So können wir uns ganz auf das Spiel und die tolle Atmosphäre konzentrieren.

Zur Stimmung und der Atmosphäre will ich gar nicht viel schreiben, hier lasse ich mal das Video der Choreografie auf euch wirken.

Da muss doch auch der nicht Fußballfan mit Respekt zugeben, dass diese Unterstützung für den Verein klasse ist. Kurz nach der Halbzeitpause kam dann auch auf unseren Plätzen der Spendeneimer herum. Super sag ich nur, er war gut gefüllt. Die Leute können sich mit dem Verein identifizieren. Auch wenn er mal negativ im Rampenlicht steht, stehen die Anhänger mit breiter Schulter vor ihrem Verein. So viel zuspruch wünschen sich viele andere Vereine auch und ich wünsche es mir für sie ebenso.

Den Ausgang der Partie kennt sicher schon jeder. 2:1 verloren die „Schwarz-Gelben“, trotz einer 1:0 Führung zur Halbzeit. Das Spiel war eigentlich zu keiner Zeit in den Händen der Dresdner, der Treffer zur Führung von Dynamo durch Dedic eher glücklich. Dennoch hätten die Dynamos noch in der ersten Halbzeit mit 2:0 führen müssen. Pote war eigentlich schon an Aues Torhüter vorbei, verlor den Ball dann aber doch noch – den hätte er machen müssen. Kaum erklang der Pfiff zur zweiten Hälfte übernahm Aue das Spiel. Dresden stand von nun an nur noch hinten drin, wie man so schön sagt. Der Ball kam meist schneller zurück in den Strafraum als das man ihn aus der Abwehkette heraus gespielt hatte. Das 1:1 war die logische Konsequenz, hätte aber eindeutig verhindert werden können. Hochscheidt lief nach einer schlechten Kopfballabwehr am Strafraum wie ein Handballer lang ohne ernsthaft angegriffen zu werden, zog dann mal ab – traf den Ball aber noch nicht einmal richtig – und der Ball hoppelte und kullerte mehr an Abwehr und Torwart Hesl vorbei und fand trotzdem das Tor. Danach vereitelte  Hesl aber noch ein paar gefährliche Chancen. Mit einem Lattenkracher sorgte Dedic noch mal für ein bisschen Hoffnung bei uns, aber das war es dann auch schon auf Seiten der SGD. Wir mussten zusehen , wie Aue immer wieder den Weg zum Tor suchte und den Druck erhöhte. Die Dresdner Spieler wehrten sich nicht, der Kampfgeist fehlte komplett und so mussten die Fans auch noch das 1:2 in der Nachspielzeit hinnehmen. Fassunglos, aber doch irgendwie die Leistung bestätigend, nahmen die meisten Anhänger dieses Gegentor hin. Es war einfach absehbar. Am Ende war es nicht die Niederlage an sich, welche viele Fans zu Pfiffen bewegte, sondern die Einstellung der Spieler. So machten diese den Fans keine Freude, welche mit dieser Choreografie einen Sieg verdient hätten. Leider gibt es keine Punkte für die beste Choreografie oder Stimmung im Stadion.

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